Initiative „Nachhaltiges NordhESSEN“

Ein neues Ernährungssystem für Nordhessen!

Um den Auswirkungen des Klimawandels entgegenwirken zu können, bedarf es eines Zusammenschlusses aller nordhessischen Akteure, um gemeinsam in der Initiative „Nachhaltiges NordhESSEN“ an der Etablierung eines nachhaltigen Ernährungssystems für Nordhessen zu arbeiten.

Im Rahmen eines abgestimmten Aktionsplanes soll ein Transformationsprozess zur wirtschaftlichen Sicherung der Ernährungsproduktion in Nordhessen initiiert werden. Damit kann die Innovationsregion Nordhessen eine europaweite Vorbildfunktion übernehmen und zeigen, dass ein resilientes Ernährungssystems umgesetzt werden kann.

Ziele von „Nachhaltiges NordhESSEN“

Ziel 1: Bildung einer nachhaltig produzierenden Erzeugergemeinschaft

Um Abnehmer (Gastronomie, Lebensmitteleinzelhandel, Endverbraucher) verlässlich mit regionalen Erzeugnissen versorgen zu können, soll eine Erzeugergemeinschaft gegründet werden, welche die bedarfsgerechte Produktion von Nahrungsmitteln für Nordhessen sicherstellt. Damit die vielfältige Kulturlandschaft bewahrt werden kann, soll über die Erzeugergemeinschaft die (Agrar-) Biodiversität ausgebaut und der Einsatz von Pestiziden und Nitrat-Belastungen für die Böden deutlich reduziert werden. Diese Maßnahmen sollen nicht nur dazu führen, dass die Bedeutung von Ökosystem-Leistungen bei der Bewirtschaftung landwirtschaftlich genutzter Flächen erhöht, sondern auch der Erhalt bzw. Ausbau von Arbeitsplätzen in der bäuerlichen Landwirtschaft und im Ernährungssektor gefördert wird.

Ziel 2: Einführung eines Vergabestandards für Gemeinschaftsverpfleger

Die Grundlage für die Produktion der Erzeugergemeinschaft soll dadurch geschaffen werden, dass die Generierung eines wirtschaftlich rentablen Absatzvolumens für regionale Erzeugnisse über die Gemeinschaftsverpflegung erfolgt. Über die Erarbeitung eines einheitlichen Verpflegungs- und Beschaffungsstandards für die öffentliche Vergabe von Verpflegungsleistungen in Nordhessen wird die erforderliche Nachfrage erzeugt. Diese Anpassungen sollen mit Hilfe von Beratungsleistungen für nachhaltige Ernährungskonzepte sowie für eine saisonale Menü-Planung in Kantinen und Mensen begleitet und sichergestellt werden.

Ziel 3: Aufbau eines Food-Hubs zur Etablierung kurzer Lieferketten

Damit die Lebensmittel vom Erzeuger zum Abnehmer gelangen können, ist die Gründung eines Bündelungs- und Logistikzentrums (Food-Hub) geplant. Unter Einbindung vorhandener regionaler Lebensmittel-Verarbeitungsbetriebe, Transportunternehmen und Partnern sollen kurze Lieferketten aufgebaut und gesteuert werden. Mit einem Umsatzvolumen von mindestens 1,5 Mio. Euro p.a. kann ein Food-Hub auf nordhessischer Ebene rentabel betrieben werden. Dies sichert der Erzeugergemeinschaft ein garantiertes Absatzvolumen, um besser auf Veränderungen von Rahmenbedingungen reagieren zu können.

Ziel 4: Ernährungsbildung und Regionalentwicklung

Projekte in europäischen Nachbarländern haben gezeigt, dass eine saisonale, gesunde und budgetneutrale Menü-Planung mit regionalen Produkten in der Gemeinschaftsverpflegung sowie in Restaurants möglich ist. Für Köche und das Küchenpersonal sollen hierzu Qualifizierungsmaßnahmen angeboten werden. Gleichzeitig sollen Kompetenzen bei Erzeugern und Verarbeitungsbetrieben zur Sicherstellung einer gleichbleibend hohen Produktqualität der regionalen Lebensmittel gestärkt werden. Zur Steigerung der Vielfalt von Nahrungsmitteln gilt es Produzenten dabei zu unterstützen, um die erforderliche Diversifizierung zur Existenzsicherung zu erreichen. Die Bevölkerung ist für neue Ernährungsweisen zu sensibilisieren und die notwendige Wertschätzung für die Lebensmittelproduktion zu vermitteln.

Über die Regionalentwicklung sollen zusätzliche Fördermöglichkeiten für Unternehmensgründungen und -erweiterungen im Ernährungssektor über die Regionalen Entwicklungskonzepte erschlossen werden.

Ziel 5: Monitoring und Evaluierung für ein nachhaltiges Ernährungssystem

Über eine wissenschaftliche Begleitforschung zur Erfassung einer objektiven Datengrundlage und zur Erstellung von Analysen soll eine praxisnahe Projekt-Steuerung durch messbare Indikatoren und Entwicklungsziele erfolgen. Darüber hinaus können die positiven Auswirkungen des nachhaltigen Ernährungssystems auf Mensch, Natur und regionale Wertschöpfungsketten sichtbargemacht werden. Dies soll zu einer Steigerung der Akzeptanz eines neuen Ernährungssystems führen, bei der sich die Bevölkerung, Politik und Wirtschaft aktiv beteiligen.

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